ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ist ein Begriff, den viele schon einmal gehört haben. Doch was steckt wirklich dahinter? Eltern, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte begegnen dem Thema häufig im Alltag, sei es in der Schule, im Kindergarten oder zu Hause. Dieser Artikel möchte die Grundlagen von ADHS verständlich erklären, Vorurteile aufräumen und die wichtigsten Merkmale greifbar machen.
1. ADHS ist mehr als „zappelig sein“
Oft wird ADHS mit übermäßigem Bewegungsdrang gleichgesetzt. Doch das greift zu kurz. ADHS ist eine neurobiologische Besonderheit, die Einfluss auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsniveau nimmt. Betroffene Kinder (und Erwachsene) haben ein anderes Zusammenspiel von Botenstoffen im Gehirn, was sich im Verhalten zeigt.
2. Die drei Hauptmerkmale von ADHS
- Unaufmerksamkeit: Schwierigkeiten, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren, leicht ablenkbar, „vergesslich“ im Alltag.
- Hyperaktivität: starker Bewegungsdrang, nicht stillsitzen können, innere Unruhe.
- Impulsivität: vorschnelles Handeln, Antworten herausplatzen, Schwierigkeiten, abzuwarten.
Wichtig: Diese Merkmale treten in unterschiedlicher Stärke auf. Es gibt Kinder, die vor allem unaufmerksam wirken („Träumer“), und andere, die stark hyperaktiv sind – oder eine Mischung aus beidem.
3. Häufige Vorurteile – und was wirklich stimmt
- „ADHS ist nur schlechte Erziehung.“
Falsch. ADHS ist keine Folge von Erziehungsfehlern, sondern eine neurobiologische Störung. - „Kinder mit ADHS sind faul.“
Im Gegenteil: Sie geben sich oft enorme Mühe. Die Schwierigkeiten liegen nicht am Wollen, sondern am Können. - „ADHS verwächst sich.“
Auch Erwachsene können ADHS haben. Häufig verändern sich die Symptome, verschwinden aber nicht komplett.
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4. Stärken von Kindern mit ADHS
Bei aller Herausforderung bringt ADHS auch besondere Qualitäten mit:
- Kreativität und Ideenreichtum
- hohe Begeisterungsfähigkeit
- Spontanität und Energie
- Empathie und Sensibilität
Diese Stärken werden oft übersehen, sind aber für die Persönlichkeitsentwicklung und das soziale Miteinander wertvoll.
5. Was Eltern und Pädagogen wissen sollten
- Struktur und klare Regeln helfen, geben Sicherheit und Orientierung.
- Positive Rückmeldungen sind wichtig – kleine Erfolge sollten sichtbar gemacht werden.
- Individuelle Förderung statt starrer Erwartungen erleichtert den Alltag.
- Professionelle Unterstützung: Bei Verdacht auf ADHS ist eine Diagnostik durch Fachärzte oder Kinder- und Jugendpsychologen entscheidend.
Fazit
ADHS ist keine Modeerscheinung und auch kein Makel. Es ist eine andere Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Wenn Eltern und Pädagogen die Hintergründe verstehen, können sie Kindern mit ADHS nicht nur besser begegnen, sondern auch ihre Stärken fördern.
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