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„Mein Kind kann sich einfach nicht konzentrieren“ – Was hinter der vermeintlichen Faulheit steckt

Hausaufgaben liegen auf dem Tisch. Fünf Minuten später schaut dein Kind zum Fenster hinaus, spielt mit dem Radiergummi oder starrt ins Leere. Wiederholen, ermahnen, drängen – nichts scheint zu helfen. Viele Eltern fühlen in solchen Momenten Frust oder sogar Wut. Der Gedanke „Mein Kind ist einfach faul“ schleicht sich ein. Doch genau hier ist es wichtig, innezuhalten: Es geht nicht um Wollen, sondern um Können.


1. Warum „Faulheit“ ein Missverständnis ist

Kinder mit ADHS oder ähnlichen Aufmerksamkeitsbesonderheiten erleben Konzentration anders:

  • Das Gehirn filtert Reize weniger konsequent – alles drängt gleichzeitig nach vorne.
  • Routineaufgaben fühlen sich doppelt anstrengend an, weil das Belohnungssystem weniger anspringt.
  • Gleichzeitig können Kinder in Lieblingsthemen völlig aufgehen – oft stundenlang.

Was nach „Widerspruch“ aussieht, ist neurologisch erklärbar: Nicht das Kind entscheidet über seine Konzentration, sondern das Zusammenspiel von Nervensystem und Botenstoffen.


2. Wie sich das für Kinder anfühlt

Viele Kinder spüren selbst, dass sie „anders“ sind:

  • Sie wollen loslegen, schaffen es aber nicht.
  • Sie hören Anweisungen, vergessen sie jedoch sofort wieder.
  • Sie erleben die Enttäuschung der Erwachsenen – und fühlen sich schuldig.

Die Folge: Selbstzweifel wachsen, Sätze wie „Ich bin dumm“ oder „Ich schaffe das eh nicht“ tauchen auf. Das eigentliche Problem ist nicht fehlender Wille, sondern der Schmerz, Erwartungen nicht erfüllen zu können.


3. Was Eltern wissen sollten

  • Konzentration ist keine Charakterfrage. Dein Kind ist nicht faul – es kämpft mit Rahmenbedingungen, die für sein Gehirn schwieriger sind.
  • Druck verschlimmert das Problem. Erhöhte Anspannung macht das Abschalten noch leichter.
  • Erfolge müssen sichtbar werden. Schon kleine Schritte verdienen Anerkennung.

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4. Wege, die helfen können

  • Aufgaben in kleine Portionen teilen: Lieber zehn Minuten intensiv als eine Stunde mit Unterbrechungen.
  • Bewegungspausen einbauen: Ein kurzer Sprint durchs Zimmer wirkt manchmal besser als jede Ermahnung.
  • Routinen schaffen: Gleicher Ort, feste Zeit, klare Abläufe.
  • Stärken in den Blick rücken: Dein Kind ist mehr als seine Konzentrationsschwierigkeiten – Kreativität, Humor oder Empathie verdienen genauso viel Raum.

Fazit

Wenn Kinder sich nicht konzentrieren können, ist das kein Ausdruck von Faulheit. Es ist ein Hinweis darauf, dass ihr Gehirn andere Unterstützung braucht. Eltern helfen am meisten, wenn sie ihr Kind nicht mit Vorwürfen belasten, sondern verstehen: Mein Kind will – und mit den richtigen Hilfen kann es auch.

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